A- | A | A+
Hochstapler Atomkraft

2% Atomenergie sind überflüssig wie ein Kropf

"Glaube nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast." Nach diesem Motto verfährt offenbar die Internationale Energieagentur (IEA), wenn sie in ihren Zahlenwerken den Anteil der Atomenergie mit statistischen Tricks künstlich in die Höhe treibt. Tatsächlich ist die Bedeutung der Atomenergie an der weltweiten Energieversorgung mit rund 2% verschwindend gering.

 

Dreisatz

Nach den Zahlen der Internationalen Energieagentur IEA ("Key World Energy Statistics 2008") wurden im Jahr 2006 weltweit 2793 Terawattstunden (TWh) Atomstrom erzeugt.

In Wasserkraftwerken wurde 2006 mit 3121 TWh mehr Strom erzeugt als durch die Kernenergie.

Obwohl in der Realität Wasserkraftwerke weltweit also mehr Strom erzeugen als die Atomkraftwerke gibt die Internationale Energieagentur den Primärenergie-Anteil der Wasserkraft mit 2,2% an, den der Atomenergie allerdings fälschlicherweise mit 6,2%. - Eine dreiste statistische Lüge.

Jede Mathematik-Lehrerin und jeder Mathematik-Lehrer wird mit einem simplen "Dreisatz" bestätigen: Wenn die Wasserkraftwerke mit einer realen Stromerzeugung von 3121 TWh zu 2,2% zur weltweiten Stromerzeugung beitragen, dann beträgt der Anteil der Atomenergie mit einer realen Stromerzeugung von 2793 TWh gerade mal 2,0%.

 

Äpfel und Birnen

Wie kommt es, dass die Internationale Energieagentur einer niedrigeren Stromerzeugung der Atomenergie fälschlicherweise einen gegenüber der Wasserkraft fast dreifachen prozentualen Anteil an der Energieversorgung zuschreibt?  

Es handelt sich schlichtweg um statistische Gepflogenheiten derartiger Organisationen, die mit der Realität wenig zu tun haben. Bei Strom aus Wasserkraftwerken, Windkraftanlagen und Solaranlagen wird demnach (nach der "Wirkungsgradmethode") als Primärenergie nicht etwa die Energie des Wassers, des Windes oder der Sonne angegeben – so wie man es bei anderen Energieträgern macht. Als Primärenergie wird nur die Energiemenge des gewonnenen Stroms, also die "Endenergie", gewertet.

Bei der Atomenergie wird so getan, als würde der Atomstrom in fossilen Kraftwerken erzeugt und man legt dem eine entsprechend große Primärenergiemenge zugrunde. So wird die Bedeutung der Atomenergie gegenüber den Erneuerbaren Energien künstlich überhöht. 

Das ist natürlich problematisch, weil so Äpfel mit Birnen verglichen werden: Im einen Fall gibt man die Primärenergie an, mit denen das Kraftwerk betrieben wird (Uran, nicht Atomstrom), im anderen Fall gibt man die Energie an, die aus der Anlage herauskommt (Strom, nicht Wasser, Wind bzw. Sonne).

Nach der so genannten "Substitutionsmethode" lässt sich dieses Problem auflösen. Hierbei werden nicht nur beim Atomstrom die Umwandlungsverluste im Atomkraftwerk berücksichtigt, sondern auch bei Strom aus Erneuerbaren Energien ein Primärenergieverbrauch angenommen; dieser entspricht der Energiemenge, die bei einer gleich hohen Stromerzeugung in durchschnittlichen fossilen Kraftwerken (die sie je substituieren, daher der Name Substitutionsmethode) erforderlich sein würde!

 

Fazit

Egal wie man es dreht und wendet: Durch die offizielle Primärenergiestatistik entsteht eine drastische Schieflage: Trotz größerer Stromerzeugung in Wasserkraftwerken weist die Internationale Energieagentur der Atomenergie einen fast dreifachen Primärenergieanteil zu als der Wasserkraft mit 2,2%.

 

 

 

« zurück